Hip Hop Kultur
Die Wurzeln des Hip Hop liegen in der Soul- und Funkmusik. Hip Hop an sich ist ein bedeutungsfreier Begriff und kann nicht wirklich übersetzt werden. Er bezeichnet nicht einmal nur eine musikalische Richtung, sondern auch eine Jugendkultur. Elemente aus Rap, Breakdance, DJing und Graffiti-Writing sind darin enthalten und werden auf die unterschiedlichste Art und Weise verarbeitet.
Hip Hop hat sich ungefähr gegen Anfang der neunziger Jahre auf dem internationalen Musikparkett verbreiten können. Die einzelnen Länder haben je einen typischen Stil herausgebildet, zu bemerken ist aber, dass es immer noch die Künstler aus den USA sind, die im Bereich dieser Musik tonangebend sind. Nach Europa kam der Hip Hop ungefähr in den achtziger Jahren und zwar über Frankreich. Hier waren es die Banlieues von Marseille und Paris, die für die Verbreitung des musikalischen Stils sorgten. Mitte der neunziger Jahre wurden unter anderem MC Solaar und IAM bekannt.
Bemerkenswert ist, dass die Hip Hop Szenen aus den anderen Ländern sich zwar immer mehr behaupten können, jedoch stets eher nachahmend sind. Wirkliche Innovationen kommen kaum vom Arabischen oder Chinesischen Hip Hop. Diesbezüglich ist auch der Deutsche Hip Hop nicht gerade als bahnbrechend zu bezeichnen. Sogar in Afrika gibt es inzwischen eine vielfältige musikalische Szene, was den Hip Hop betrifft, allerdings sind es auch hier die Amerikaner, denen nachgeeifert wird. Aber auch eigenständige Spielweisen kommen vor.
Beherrschende Themen sind im Hip Hop fast immer Gewalt, Drogen und das Ghetto. Nelson George, der „beste Hip Hop Kritiker des Planeten“ – so das Rolling Stone Magazine – sagte einmal, dass man wohl einen Abschluss in Soziologie bräuchte, dazu einige Aufenthalte im Gefängnis und noch ein Gefühl für die Rhythmen Afrikas, wenn man Hip Hop wirklich verstehen wollte. Hip Hop war einst ein Musikstil der Bronx, dann wurde er zu einem wahren Konsumartikel, der Mainstream-Charakter erwarb.